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Zeppeline waren Starrluftschiffe aus anfänglich deutscher Produktion, die nach ihrem Erfinder Ferdinand Graf von Zeppelin benannt wurden. In Deutschland wurden sie von 1900 bis 1940 sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt. Aber auch in anderen Ländern wurden Starrluftschiffe entwickelt und betrieben. Teilweise mit nur mäßigem Erfolg.

Der wohl bekannteste Zeppelin war die LZ 129 „Hindenburg“. Zusammen mit ihrem Schwesterschiff LZ 130 „Graf Zeppelin II“ war die Hindenburg das größte jemals gebaute Luftfahrzeug. Ihre Länge betrug 245 m. Nach ihrer Jungfernfahrt im März 1936 wurde die Hindenburg vor allem auf Transatlantikstrecken eingesetzt. Sie verkehrte regelmäßig zwischen Frankfurt a. Main (Deutschland) und Rio de Janeiro (Brasilien), sowie Frankfurt und Lakehurst (USA). Ihre Reisegeschwindigkeit betrug 100 – 120 km/h bei einer Flughöhe von 400 – 600 m. Ihr tragisches Ende fand die Hindenburg am 6. Mai 1937, als sie von Frankfurt kommend bei der Landung in Lakehurst in Flammen aufging. Dieser Unfall läutete das vorläufige Ende der Verkehrsluftfahrt mit einem Zeppelin ein. Das Schwesterschiff der Hindenburg, war zwar noch bis zum März 1940 für Test- und Propagandazwecke der Nazis im Einsatz, wurde aber mit der durch Göring angeordneten Sprengung der Luftschiffhallen abgewrackt.

In den 1950er Jahren wurde mit LZ 132 erneut ein Versuch unternommen, das Luftschiffkonzept neu zu beleben. Das Projekt wurde jedoch nie verwirklicht.

Im September 1993 wurde in Friedrichshafen am Bodensee die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH (ZLT) als Nachfolgerin der ursprünglichen Zeppelin-Gesellschaften neu gegründet. Das Ziel – Wiedereinstieg in das Luftschiffgeschäft. Im September 1997 stieg das erste Mal ein Zeppelin NT über dem Bodensee auf. Obwohl die „Zeppeline neuer Technologie“ größer als die üblichen Prallluftschiffe sind, kommen sie mit ihrer Länge von 75m bei weitem nicht an die Größe ihrer Vorgänger heran. Neben der Befüllung mit Helium – die deutschen Zeppeline vor 1940 waren mit brennbarem Wasserstoff gefüllt – unterscheidet sich nicht nur die Konstruktion der „fliegenden Zigarre“ von der ihrer Vorgänger. Ein dreiecksförmiges Innengerüst aus Carbon mit einem Dreischichtlaminat als Außenhülle, angetrieben von drei schwenkbaren Propellertriebwerken. Die jeweils 200 PS starken Triebwerke plus ein die Seitensteuerung unterstützender Querfan verleihen dem Zeppelin NT eine bis dato einmalige Manövrierfähigkeit. Sein Antriebskonzept ermöglicht es dem Zeppelin NT, auf der Stelle zu schweben, punktgenau zu landen und sogar zielgenau rückwärts zu fliegen. Dadurch ist z.B. für den fliegenden Wechsel der max. 16 Passagiere nur eine Bodencrew von 3 Mann erforderlich.

Eingesetzt wird der Zeppelin NT für unterschiedliche Zwecke. Neben der Markenwerbung (z.B. Werbeflüge bei Messen), dient er neben Flügen im Rahmen der Wissenschaft und der Luftüberwachung vor allem der Passagierbeförderung bei Rundflügen.

Ein solcher Rundflug in einem Zeppelin NT ist schon ein ganz besonderes Flugerlebnis. Trotz des Propellerantriebes schwebt man vergleichsweise lautlos durch den Himmel. Dieses Vergnügen hatte ich an einem Samstag Anfang Oktober bei traumhaft herbstlichem Flugwetter über dem Bodensee. Vom Flughafen Friedrichshafen aus ging der durch die Deutsche Zeppelin-Reederei veranstaltete, halbstündige Flug über den See in einer kleinen Schleife rund um Friedrichshafen. Ein unvergessliches Flugerlebnis, dass ich irgendwann einmal, wenn die Schweizer Alpenkette noch schneebedeckt ist, zu wiederholen gedenke.

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