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Dort, wo die tektonischen Platten Eurasiens und Normerikas aufeinander stoßen und den Mittelatlantischen Rücken bilden, liegt mitten in den Fluten des Nordatlantiks ein aus den Feuern des Erdinneren emporgestiegenes Eiland – Island. Ein raues Land – so rau, wie die Wikinger, die Island einst besiedelten.

Geprägt durch die unzähligen, zum Teil noch aktiven Vulkane die unter der erkalteten Lavakruste Islands schlummern, die großen Eismassen der letzten Eiszeit, die noch heute weite Teile im Landesinneren bedecken, die unzähligen Wasserfälle, deren Wassermassen donnernd über schroffe Lavakanten in die Tiefe stürzen und die mächtigen Wellen des Atlantiks, die sich an den zerklüfteten Küsten Islands brechen, ist Island noch immer die Heimat von Riesen, Trollen und Elfen. Zumindest erzählen dies die vielen Mythen und Sagen der Isländer. Und wer einmal dieses Land im hohen Norden mit seiner faszinierenden Natur, seinen Menschen und den vielen halbwild umherlaufenden Pferden erlebt hat erahnt, woher diese Erzählungen stammen.

Eine ganz besondere Faszination übt Island im Winter aus. Dann, wenn die Tage am kürzesten und weite Teile Islands mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt sind und der frostige Westwind für einen klaren Himmel sorgt, tauchen wabernde Nordlichter die Sterne über Island in ein magisches Licht. Ein Naturschauspiel, dass sich kein Fotograf entgehen lassen sollte.

Im Februar 2015 war ich zusammen mit Uwe Hasubek und fünf anderen Fotografen auf Island, um selber die Magie des Nordlichtes zu erleben. Bereits in der ersten Nacht hatten wir für den Südenwesten bei Valahnúkamöl die Vorhersage eines klaren Himmels. Die Sterne Islands und die Faszination des Nordlichts hielten uns die ganze Nacht auf den Beinen. Des Weiteren führte uns unsere Reise nach Nordwesten auf die Halbinsel Snæfellsness zu den Wasserfällen am Kirkjufell und die Felsküste bei Arnarstapi, wo sich uns weitere Gelegenheiten zur Nordlichtfotografie boten. Aber auch ein verschlossener VW-Bus, dessen Schlüssel im abgeschlossenen Kofferraum lag, gehörte mit zum Reiseprogramm. Dann, wenn einem der Schneesturm um die Ohren pfeift und man krampfhaft versucht, eine Lösung zum Öffnen des Fahrzeuges zu finden, bemerkt man, wie dünn besiedelt Island ist. Auf die Schnelle einen kompetenten KfZ-Mechaniker zu finden, der einem das Fahrzeug öffnet, ist mitten im Off nicht so einfach.

Nachdem unser Bulli wieder fahrbereit war, ging ins Landesinnere an die Wasserfälle wie Goðafoss und Brúárfoss, an die Felsküste von Vík und an das ewige Eis des Vatnajökull. Weitere Highligts der Reise waren eine Gletscherhöhle, die Gletscherlagune von Jökulsárlón und der schwarze Strand von Stokksnes und viele weitere Gelegenheiten zum Fotografieren, die sich auf unserem Weg boten. Natürlich nicht, ohne jeden Abend die Nordlichtvorhersage abzufragen und in der Nacht regelmäßig nach Nordlichtern Ausschau zu halten. Unter der Strich waren es 11 Tage mit wenig Schlaf. Aber die fotografische Ausbeute der Reise hat uns für alles ausreichend entlohnt.

Wer in die Eindrücke dieser Reise eintauchen möchte, findet ausgewählte Fotos dieser Reise in meiner Galerie Island.

 

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