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Westlich der Rocky-Mountains, im Südwesten der USA erstreckt sich mit einer Fläche von 337.000km² das Colorado-Plateau. Über Jahrmillionen hinweg haben dort Wasser und Umwelteinflüsse durch Erosion eine unvergleichliche Fels- und Canyon-Landschaft geschaffen. Durch einen dieser Canyons – den Grand Canyon – fließt der Colorado River. Geprägt wurde der Name Grand Canyon 1869 von Major John Wesley Powell. Er war es auch, der zusammen mit 9 weiteren Abendteuren das erste Mal den Grand Canyon in seiner gesamten Länge erkundete und in Holzbooten die damals noch ungezähmten Fluten des Colorados bezwang.

Bedingt durch den Eingriff des Menschen, hat sich seit den Grand Canyon Expeditionen Powells die Flusslandschaft verändert. Der Glen Canyon, ein Teil der Colorado-Schlucht, durch den Powell und seine Männer damals noch fuhren, wurde durch den Bau des gleichnamigen Damms im Jahre 1963 überflutet und liegt nun auf dem Grund des nach dem Abenteurer benannten Lake Powell. Ein weiter Teil der Colorado-Schlucht, der Black Canyon ist ebenfalls durch den Bau eines Stausees versunken. Der Hoover Damm bei Las Vegas, der im Jahre 1936 fertiggestellt wurde, staut die Wasser des Colorados und des unteren Virgin Rivers zum Lake Mead.

Zwischen den beiden Stauseen befindet sich jedoch noch immer weitgehend unberührt der Grand Canyon – eine Fluss- und Canyon-Landschaft der Superlative. Mit einer Länge von ca. 450 km, einer Breite von bis zu 30 km und einer Tiefe von bis zu 1.800 m zieht er jedes Jahr 5 Mio. Besucher in seinen Bann. Besonders attraktiv ist der Grand Canyon für Wassersportler. Stellten noch vor knapp 160 Jahren stark verblockte Abfälle und Rapids (Stromschnellen) neben dem im Canyon vorherrschenden Wüstenklima die Hauptherausforderung für Powell und seine Männer dar, zeigt der Colorado heute ein ganz anderes Flussbild. Geprägt durch eine regelmäßige Wasserabgabe am Lake Powell, ist der Colorado im Canyon heute ganzjährig befahrbar. Bei einer Wassermenge von 600 bis 800 qm/s sind viele der ursprünglichen Rapids „abgesoffen“. Heute fließt der Fluss trotz hoher Strömungsgeschwindigkeiten doch größtenteils ruhig durch ein von steilen Felswänden gesäumtes, kurvenreiches Flussbett. Abwechslung bieten die vielen, zum Teil sehr sportlichen Rapids. Trotz der allgemein freundlichen Coloradowellen gibt es auch heute noch Rapids, die ein gehöriges Maß an Abendteuer versprechen. Namen wie Hance-, Horn-Creak-, Shock-Dolagar-, Granit-, Cristall-, Dubendorff-Rapid oder gar Lava Falls flößen auch heute noch so manchem Wassersportler einen mächtigen Respekt ein.

Für mich war es im Sommer 2010 endlich so weit. Ein lang gehegter Traum erfüllte sich. Als leidenschaftlicher Wildwasser-Paddler konnte ich endlich im eigenen Kajak die Wellen des Colorados rocken. Veranstaltet durch Kanu-Total und Hatch River Expeditions, ging die Reise von der Einsatzstelle bei Lees Ferry bis in den Lake Meat bei Pearcy Ferry. Gleichzeitig bot sich mir die Gelegenheit die 11 tägige Reise und die Schönheit der einzigartigen Canyon-Landschaft mit der Kamera zu dokumentieren.

Eine Auswahl der Fotos einer für mich unvergesslichen Reise finden Sie in der Fotogalerie Grand Canyon.

 

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